| Hirnliga e.V. - Deutschlands Alzheimer Forscher - | |
Forschungsförderung 2006Sydykova, Djyldyz Teipel, Stefan Johannes
Kurzbeschreibung Die Alzheimer–Krankheit
(AD) ist eine neurodegenerative Erkrankung, bei der es zunächst zu einer
Schädigung der Synapsen zwischen den Nervenzellen
kommt, dann zu einem Zerfall des Zellskeletts und der Transportproteine
in den Nervenfasern und schließlich zur Degeneration der Zellleiber
im Hirnmantel. Dabei erfasst die AD vor allem Nervenzellen, die weitreichende
Verbindungen innerhalb des zerebralen Kortex aufrechterhalten, so dass
von der AD auch als von einem kortikalen Diskonnektionssyndrom
gesprochen wird. Wesentliches morphologisches Substrat dieser Diskonnektion
ist der Untergang der weitreichenden intrakortikalen
Fasersysteme. Mithilfe des Diffusionstensorimaging
(DTI) gelingt es, die Schädigung subkortikaler Fasersysteme beim lebenden
Menschen abzubilden. Mit dieser Methode wurden daher auch typische Veränderungen
der Faserintegrität bei der AD untersucht. Aber auch der Untergang der
kortikalen Nervenzellen kann mit Hilfe der MRT in vivo indirekt abgebildet
werden. Insbesondere die Vermessung des Volumens der kortikalen grauen
Substanz und des Corpus callosum, der Hauptkommissurenbahn
des menschliche Gehirns, erlaubt eine Abschätzung des Unterganges intrakortikal projizierender Neurone. Die funktionelle Konsequenz
der zunehmenden Neurodegeneration zeigt sich in der Entkoppelung der
elektrischen Aktivität kortikaler Areale, die mithilfe des EEG in Form
der interhemisphärischen Signalkohärenz bestimmt werden kann. Sowohl
für das Volumen kortikaler Strukturen, die Messung
des Corpus callosum, als auch für die
interhemisphärische Kohärenz ließen sich frühe pathologische Veränderungen
bei der AD nachweisen. In dem vorliegenden Projekt wollen wir aus der
Kombination von DTI-Daten zur Integrität der
Fasersysteme, MRT-Daten zur Atrophie des Cortex
und des Corpus callosum und EEG-Daten zur interhemisphärischen Kohärenz,
als Maß der funktionellen Koppelung kortikaler Areale, die regionale
Verteilung, das morphologische Substrat und die funktionelle Konsequenz
der kortikalen Diskonnektion bei der AD darstellen.
Damit können wir zugleich, indem wir die AD als ein spezifisches Läsionsmodell
der kortikalen Konnektivität betrachten, Einblicke
in Verbindungen im menschlichen Gehirn gewinnen.
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